Mit Providern schnell zum eigenen Blog

Blog-Provider In fünf Minuten zum eigenen Blog – das versprechen und halten alle Anbieter von Weblog-Hosting, bei denen man sich auch ohne Vorkenntnisse eine Blog-Seite einrichten kann.

Trotzdem gibt es beträchtliche Unterschiede. Warum sollte man überhaupt ein Weblog bei einem Blog-Provider anlegen, wenn Webspace schon für wenig Geld zu haben ist und es Dutzende von Open-Source-Scripts für ein eigenes Weblog gibt? Ganz einfach: Weil Sie sich dort gar nicht um die Technik und das Design kümmern müssen, außer Sie möchten sich gerne damit beschäftigen und ein eigenes Layout integrieren. Außerdem benötigt fortgeschrittene Blog-Software in der Regel PHP und eine MySQL-Datenbank auf dem Web-Server, und damit ist das Hosting dann auch wesentlich teurer, als wenn Sie nur Webspace „pur“ anmieten.

Bei einem Blog-Provider schreiben Sie entweder völlig kostenlos – werbefinanziert – oder bekommen für eine kleine Monatspauschale ein Rundum-sorglos-Paket mit hoch entwickelter Technik und allen blogtypischen Features. Der Provider kümmert sich um Backups, Bereitstellung von Zusatzfunktionen und Updates auf die neuesten Anforderungen, stellt eine Sammlung an vorkonfigurierten Template-Designs zur Auswahl und bietet meist auch noch eine FAQ oder gleich ein Hilfe-Forum für Einsteiger an.

Freiheit und Freunde

Das ist aber nicht der einzige Grund, sich für ein „gehostetes“ Blog zu entscheiden. Wer sich auf dem Server eines Anbieters niederlässt, bekommt auf Wunsch auch die gesamte Community dazu. Auf der Startseite eines Provider-Portals finden Sie meist Aktualisierungslisten mit den neuesten Blog-Einträgen aus allen dort gehosteten Blogs, und wer einfach nur stöbern will, startet von dort aus die Surftour durch die frischesten Weblog-Einträge des Tages, oft einige Hunderte. Neben den Aktualisierungslisten gibt es je nach Angebot vielleicht auch noch die neuesten Kommentare aus einzelnen Projekten, Toplisten der bestbesuchten Blogs oder sogar redaktionelle Empfehlungen.

Einige Blog-Provider stellen besonders interessante oder gleich alle Neuvorgänge vor, prämieren einzelne Kolumnen, wählen ein Blog der Woche oder weisen auf besonders schöne Designs hin.

Jeder Teilnehmer hat ein Profil mit Usernamen, Link und Passwort, das eigenständig verwaltet werden kann. Wenn Blogger als Leser anderer Community-Blogs kommentieren, wird der Link unter ihrem Namen automatisch mit dem eigenen Weblog verknüpft, und so führt Feedback meist zu Erwiderungen oder regem Austausch.

Blogs sind bezahlbar

Schon ab drei Euro im Monat können Sie sich komfortable Zusatzfunktionen in ein werbefreies Weblog schalten lassen, einige Anbieter bieten sogar die kostenlose Basis-Version ohne eingeblendete Banner an.

Ein Nachteil von gigantischen Blog- Providern: Bei Problemen wird oft mit automatisierten Antworten abgespeist.

Anonymität auf Wunsch

Ein häufiger Grund, sich für einen Blog-Provider zu entscheiden, statt ein Weblog auf die eigene Domain zu leiten, besteht in der Möglichkeit der Anonymität. Während man den Inhaber einer Domain über die Denic immer zu ermitteln ist, auch wenn eine Website kein Impressum enthält, kann man bei einem Blog- Provider völlig anonymisiert agieren, unter einem Pseudonym schreiben und unerkannt ausprobieren, wie die eigenen Texte angenommen werden.

Besonders bei jenen Blogs, die sich mit persönlichen Problemen auseinander setzen oder wo jemand abseits von Familie und Freundeskreis schreiben möchte, ist kostenloser Blogspace eine Chance für Anonymität. Das verlockt zu Experimenten, und einige Autoren üben sich im Geschlechterwechsel, was innerhalb der „Community“ zu großen Diskussionen führt, wenn so ein „Fake“ auffliegt oder sich selbst verrät.

Fortgeschrittene Funktionen

Auf der eigenen Domain geführte Blogs finden ihre Leser über den eigenen Bekanntenkreis, über Suchmaschinen und vor allem über Ping-Dienste, bei denen jeder aktuelle Blogeintrag gemeldet wird. Die Blog-Software setzt den Ping entweder automatisch oder der Weblogger führt ihn manuell mit den Formularen der Ping-Dienste durch. Die meisten Weblog-Provider bieten diesen wichtigen Zusatz-Service ebenfalls an, ebenso wie viele andere Features, die zu einem „modernen“ Blog mit allen Möglichkeiten gehören. Trackback ist eine weitere solche Funktion, auf die mehr und mehr Blogger Wert legen: die Möglichkeit, eine Ping-Benachrichtigung mit einem Link zurück aufs eigene Weblog in ein fremdes Blog zu senden, um auf einen Text zu verweisen und diesen sinnvoll mit eigenen Anmerkungen zu verknüpfen.

Trackback hört sich weit komplizierter an, als es ist. Wer technisch mitspielen kann, kann diese von extern gesendeten Verweise empfangen und anzeigen und auch selbst einen solchen „Ping“ versenden.

Eine weitere hoch geschätzte Funktion sind Referrer oder auch interne Statistiken. Blogger arbeiten viel mit Verweisen und stellen oft nur anhand ihrer Zugriffs-Counter fest, wer auf sie verlinkt hat und über welche Suchbegriffe bei Google man ihr Weblog findet. Ebenso ist es nützlich, wenn man als Blog-Betreiber alle Kommentare automatisch per Mail zugeschickt bekommt, im Idealfall mit der IP des Absenders, und Störenfriede gegebenenfalls aussperren kann.

Bei vielen Blog-Providern haben Weblogger die Möglichkeit, ein Blog auch passwortgeschützt zu führen oder nur Mitglieder lesen und Kommentare schreiben zu lassen, die sich vorher registriert haben. Je einfacher das Blog zu bedienen ist und je mehr der Funktionen es mitbringt, die zur Standardausstattung eines Weblogs gehören, desto besser. Wer die Wahl hat, hat auch die Qual.

Fazit

Die Blog-Provider haben eines gemeinsam: Sie funktionieren ausgezeichnet. Bei den meisten Anbieter können Sie sich wie versprochen buchstäblich innerhalb weniger Minuten ein voll funktionsfähiges Weblog in einem halbwegs professionellen Layout anlegen und ohne weitere Einstellungen anfangen, eigene Beiträge unter einer eigenen Blog-Adresse zu veröffentlichen